Von JetBrains AI zu Claude Code: Mein ehrliches Fazit als PHP-Entwickler

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Ich war überrascht, wie schnell die Begeisterung verpufft, wenn ein Tool konsequent am Ziel vorbeischießt – nicht weil es lügt, sondern weil es einfach nicht zu Ende denkt.

30 Euro im Monat für halbe Arbeit

Als JetBrains die AI Ultimate Subscription eingeführt hat, war ich neugierig. 30 € im Monat, direkt in PHPStorm integriert, kein Kontextwechsel – das klang nach einem vernünftigen Deal für jemanden, der täglich in der JetBrains-Welt lebt. Und die ersten Wochen waren auch durchaus okay.

Dann kamen die Muster, die mich zunehmend genervt haben. Das Problem war weniger, dass die KI Dinge erfunden hätte – es war subtiler und dadurch fast noch ärgerlicher. Tests wurden für eine Methode gleich zweimal geschrieben, einfach mit anderen Parametern. Happy-Path-Tests en masse, aber Fehlerfälle und Breaking-Tests? Weitgehend Fehlanzeige. Ständige Rückfragen, obwohl ich mein Anliegen präzise formuliert hatte. Das kostet nicht nur Nerven, sondern verbrennt unnötig Tokens – und damit bares Geld.

Wenn ich vier oder fünf Iterationen brauche, um vernünftige Tests für eine Implementierung zu bekommen, ist das kein Produktivitätsvorteil. Das ist Mehrarbeit mit extra Schritten. Heute habe ich die Subscription gekündigt.

Claude Code seit April – ein anderes Kaliber

Seit Anfang April nutze ich parallel dazu Claude Code in PHPStorm. Die Integration ist ehrlich gesagt nicht ganz so komfortabel wie das native JetBrains-Tool – das muss ich zugeben. Man arbeitet stärker über das Terminal, es ist weniger „out of the box“. Aber was Claude in der Qualität der Ergebnisse liefert, ist eine andere Welt.

Tests für eine Umsetzung? Erste Iteration, fertig. Komplett – Happy Path, Fehlerfälle, Edge Cases. Ich benenne die Tests danach manchmal noch um, damit die Bezeichnungen für mich und nachfolgende Entwickler schlüssiger sind. Aber inhaltlich stimmt das auf Anhieb.

Noch mehr beeindruckt mich, wenn Claude auf Ideen kommt, die ich selbst gar nicht gehabt hätte. Nicht weil ich sie vergessen hätte – sondern weil mir der Blickwinkel gefehlt hätte. Das ist das, was ich mir von einem guten Werkzeug erhoffe: nicht nur ausführen, sondern mitdenken.

Was das alles kostet – und ob es sich rechnet

Derzeit nutze ich Claude mit der Standard-Subscription für 18 € im Monat. Günstig, klar. Ich merke aber, dass das für meinen Workflow auf Dauer nicht reicht – sobald ich an mein Limit stoße, werde ich auf die 100-€-Variante wechseln.

Das klingt erstmal viel. Wenn ich aber vergleiche: JetBrains AI für 30 €, bei der ich vier bis fünf Iterationen brauche und redundante oder unvollständige Tests nachbessern muss – oder Claude für 100 €, bei der ich in einer Iteration fertig bin, bessere Code-Qualität bekomme und obendrauf auf Ideen gestoßen werde, die ich selbst nicht gehabt hätte – dann ist die Rechnung eigentlich nicht kompliziert.

Laut aktuellem Developer-Ecosystem-Report sind inzwischen 41 % aller 2025 geschriebenen Codezeilen KI-generiert – und 85 % der Entwickler setzen regelmäßig AI-Tools ein. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern welches. Und da macht die Wahl des richtigen Tools einen echten Unterschied.

Kompetenz bleibt unersetzlich

Eines muss ich aber klar sagen: All das funktioniert nur, wenn man weiß, was man tut. Ich erkenne, dass ein Test redundant ist oder nur den Erfolgsfall abdeckt – weil ich verstehe, wie gute Tests aussehen. Ich merke, wenn generierter Code zwar funktioniert, aber weder performant noch sicher ist.

KI-Tools sind kein Ersatz für echte Entwicklungskompetenz. Sie sind ein Verstärker – und wie jeder Verstärker machen sie Fehler lauter, wenn man nicht aufpasst. Wer als Entwickler die Grundlagen nicht beherrscht, wird mit KI nicht besser. Er wird nur schneller schlecht.

Dazu habe ich auch in einem anderen Beitrag bereits geschrieben, was KI-Tools wirklich leisten – und wo die Grenzen liegen.

Über den Autor

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Hinter WPLer steht Stefan Jacomeit, PHP- und WordPress-Entwickler. Hier schreibt er über das, was ihm in Projekten mit Selbstständigen und kleinen Unternehmen immer wieder begegnet: solide Technik, klare Entscheidungen und ein nüchterner Blick auf jeden neuen Hype.

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