Achtung Freelancer: Versuchter Betrug nun auch bei Projekt-Angeboten?

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Lesezeit 5 Min.

Nicht mal da ist man mehr sicher vor dem Spam-Dreck!

Als freiberuflicher Entwickler ist man ja oft auch mit seinem Profil auf Portale wie freelancermap.de oder freelance.de vertreten und oftmals kommen hier auch nicht gerade passende Anfragen rein. Aber das man nun auch schon Betrugsversuchen hier direkt auf den Leim gehen kann, ist für mich echt neu. Wie es üblich ist, wurde ein Projekt auf freelancermap.de veröffentlich mit einem ziemlich allgemeinen Text, was an sich aber schon nun im Nachhinein eigentlich ein Warnzeichen sein sollte (siehe Bild – freelancermap hat direkt reagiert und das Projekt offline genommen und den Nutzer direkt gesperrt).

 

Im zweiten Bild sieht man die Chat Kommunikation mit dem Projektanbieter. Auch hier hätte direkt schon eine Warnlampe angehen können. Zu meiner Verteidigung muss ich aber auch erwähnen, dass das nicht unbedingt unüblich ist, dass man einen Termin in irgendeinem Dienst Online vereinbart. Allerdings geht hier meistens zumindest ein Telefonat voraus, mit anschließender Einladungsemail meist zu Teams, Zoom oder anderen üblichen Anbietern, was hier nicht passiert ist.

Folgt man diesen Link, erscheint hier auch eine Termin-Auswahl wie es üblich ist (sogar komplett in korrekten Deutsch usw.) und man erhält auch eine Terminbestätigung per Email, die auch vollkommen wie üblich von den anderen Diensten aussieht und rein gar nichts daran verdächtig ist. Kommt es dann aber zum Termin und man klickt dann auf diesen Link aus der Email der Termin-Bestätigung, kommen die ersten deutlichen Fragezeichen.

Wenn der Termin dann nun ansteht und man klickt auf den Link in der Email der Termin-Bestätigung auf die Seite www.crevely.com (siehe zweiten Screenshot oben), kommt man nicht in den Termin ohne sich anzumelden. Erstmal nichts ungewöhnliches, bis auf dass man z.b. bei Teams, Zoom oder anderen in der Regel auch ohne Anmeldung am Termin teilnehmen kann, aber gut… nahm ich so hin.

Bei der Anmeldung ist auch erstmal nichts auffälliges (siehe kommende Screenshots). Allerdings hätte man hier schon misstrauisch werden müssen, da man bei der Privaten Anmeldung ein Identifikationsdokument hochladen soll (wozu? was geht denen das an?) und bei Business nur sporadisch die üblichen Daten abgreift, die für Phishing und Spam benutzt werden und absolut gar nichts, was meinem Business irgendwie wichtig wäre (siehe folgende Screenshots).

Jetzt wird’s kritisch!

Glücklicherweise hatte ich meinen Scan von meinem Perso nicht als Bild gefunden und nur so einen alten Scan als PDF im DIN-A 4 Format nur von der Vorderseite und zum Glück meines abgelaufenen, alten Personalausweis nur auf Anhieb gefunden und heraufgelassen. Was aber direkt auffiel, es kam direkt eine Meldung, dass dieses Dokument nicht gültig sei. Ein zweites mal habe ich es gar nicht versucht.

Bei der Anmeldung als Business musste man Name, Email und Telefon eintragen und sein Häckchen setzen, dass man die Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden hat. Ok, hier kann man mir eindeutig den Vorwurf machen, mir das nicht vollständig durchgelesen zu haben (ist womöglich bewußt extrem langer und aufgeblähter Text gewesen – leider ohne Screenshots).

Der Hammer kommt eigentlich nach der Business-Anmeldung! Man kommt zu einer Art Konten Übersicht und soll erstmal seine Rechnung bezahlen, bevor man weiter irgendwas auf der Seite machen kann. Also perfider geht’s wirklich nicht! Natürlich springt einen regelrecht sofort der zu zahlende Gesamtbetrag ins Auge (hier 102.720,00 US $ – ja, richtig gelesen! In Worten: Einhundertzwei Tausend US Dollar).

Also ihr Betrüger, Spammer und sonstige Spinner: Wieso seid Ihr eigentlich so dermaßen bescheuert, gleich solch eine schwachsinnige Summe da hinzuknallen? Welchen Sinn, außer den Betroffenen direkt den Besuch zur Polizei zu ermutigen, soll das haben???

Nun, ja natürlich war ich direkt bei der Kriminalpolizei und habe eine Anzeige wegen versuchten Betruges gemacht. Glücklicherweise habe ich wegen einer Vorahnung schon das meiste als Screenshot gespeichert, sowie noch einige andere Angeben wir Tracings der IP’s, Whois, komplette Email-Header, etc. und nicht nur das: selbst Freelancermap wurde die Vorgangsnummer zur Anzeige mit dem entsprechenden Behörde mitgeteilt, die auch freundlicherweise direkt mir mitteilten, aktiv hier entsprechende Daten den ermittelten Behörden umgehend auf Anfrage zur Verfügung zu stellen.

Zum Glück sind viele dieser Idioten vollkommene Trottel!

Das Ganze ist natürlich ja noch sehr frisch, aber ich hoffe doch, dass es auch noch andere Freelancer gab, die diese Nummer mitgemacht haben und ebenfalls eine Anzeige der Polizei gemacht haben (falls nicht und Du bist einer von denen: Bitte mach eine Anzeige!). Ob da wirklich ermittelt wird, weiß ich natürlich nicht. Ich hoffe es aber.

Wir haben schon genug Betrugsversuche in allen möglichen Bereichen, sei es beim Online Shopping, SMS-Phisching und anderen Mist. Wenn jetzt auch noch die Freelancer angegangen werden, sieht man wie perfide diese Spinner sind und ich verstehe auch nicht, warum Behörden weltweit (insbesondere aus den bekannten Ländern vor allem „im Osten“) so dermaßen dämlich sind, und diesem nicht nachgehen.

Solche Machenschaften führen nur zu Misstrauen und zwar nicht nur bei den doofen Deutschen, sondern auch letztendlich bei Euch! Es führt auch immer mehr dazu, dass viele eben irgendwann nicht mehr aus dem Netz irgendetwas vertrauen, auch BEI EUCH NICHT! Und wer hat da was dann gewonnen? Niemand! Einfach nur dämlich!

Ich möchte hier gar nicht auf die vielen Ideologien der diversen Mächte auf dieser Welt eingehen, sondern schlicht einfach mal nur anregen, wenigstens zumindest mal die wenigen Hirnzellen auf Nachhaltigkeit und Zukunft zu aktivieren. KI / AI ist doch ebenfalls so ein Thema. Im Kern ist das doch eigentlich eine tolle Sache, aber natürlich gibt es Spinner, die unbedingt irgendwelchen ClickBait Scheiß verbreiten müssen und schlussendlich irgendwann niemand mehr irgendwas aus dem Netz vertraut. Das führt dazu, dass man das Internet irgendwann nur noch als Dreckschleuder sieht und vor allem die Dummen nur noch ins Extreme verfallen.

Aber Hauptsache, in den nächsten paar Monaten und wenn man Glück hat, paar Jahren, kann man mit seinem mega aufgetunten AMG-Benz die Euros zum Fenster rausschmeißen und einen auf dicke Hose machen. Vollhonk!

Über den Autor

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wpler

Hinter WPLer steht Stefan Jacomeit, PHP- und WordPress-Entwickler. Hier schreibt er über das, was ihm in Projekten mit Selbstständigen und kleinen Unternehmen immer wieder begegnet: solide Technik, klare Entscheidungen und ein nüchterner Blick auf jeden neuen Hype.

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